10 Unterschiede

12. August 2017

„He, Chef, die Handwerker waren ja richtig gut. Man sieht gar nicht, dass sie was gemacht haben. Ich könnte keine 10 Unterschiede zu vorher finden.“

„Ach, hören Sie doch auf.“ Wachingers Miene verfinsterte sich. „Die haben tatsächlich nichts gemacht.“

Brösecke erblasste. „Heißt das, dass ich noch länger meinen Schreibtisch nicht benutzen kann?“

„Nein, dass heißt, dass Sie jetzt Arbeit haben. Die Handwerker behaupten nämlich, dass sie nur deswegen nichts machen konnten, weil jemand alle ihre Pinsel geklaut hat. Also finden Sie heraus, was da passiert ist!“

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„Habe ich Sie richtig verstanden? Sie möchten einen Schreibtisch probeliegen? Nicht ein Bett oder eine Couch? Wirklich einen Schreibtisch?“

Brösecke nickte. „Ja, wissen Sie. Im Büro verbringe ich viel Zeit unter dem Schreibtisch. Das hilft mir sehr bei meiner Arbeit.“

„Ach, auch noch unter dem Schreibtisch? Ich denke, daß kann ich Ihnen nicht gestatten. Wir sind ein seriöser Möbelhandel. Wir sind die erste Adresse am Platze. Wie sieht das denn aus, wenn hier Leute unter den Tischen liegen? Nein, tut mir leid. Das geht nicht. Möchten Sie nicht doch lieber ein Bett? Eine Couch? Oder vielleicht einen Liegesessel? Hee, was machen Sie denn da? Kommen Sie unter dem Tisch hervor und verlassen Sie umgehend mein Etablisemment! Ich möchte Sie nicht noch einmal auffordern müssen.“

„Ich geh ja schon. Nirgends kann man in Ruhe schlafen. Was soll ich nur machen?“

Huch!

17. Juli 2017

„Haben Sie mich aber erschreckt. Hat der Wirt Sie gestern da unter dem Tisch vergessen? Waren Sie die ganze Nacht hier? Sie Ärmster! Kommen Sie, ich lasse Sie raus. Ich habe sowieso keine Zeit, weiter mit Ihnen zu reden. Ich muss jetzt hier putzen. Also, hop, hop.“

Was soll das?

13. Juli 2017

„Kommen Sie da unten raus! Was haben Sie überhaupt unter dem Tisch zu suchen? Das ist hier schließlich eine seriöse Bibliothek.“

„Aber Fräulein…“, hob Brösecke an, sich zu rechtfertigen.

„Nix Fräulein! Mein Name ist Frau Geheimrätin Pädsch-Knickers. Ich bin hier die Ober-Bibliothekarin, und Sie sind hier ab sofort unerwünscht. Also raus mit Ihnen!“

 

So geht das nicht!

12. Juli 2017

„Brösecke, ich habe Ihnen schon letzte Woche mitteilen lassen, dass das Commissariat bis heute Abend geräumt sein muss. Also kommen Sie unter Ihrem Tisch hervor, und gehen Sie nach Hause. Es war so schon schwer genug, die Renovierung zu organisieren.“ Wachinger schnaufte kurz auf. „Handwerker sind heutzutage so schwer zu bekommen. Also machen Sie mir keinen Ärger, und gehen Sie. Hier muss noch alles ausgeräumt werden, damit die Maler anfangen können.“

Brösecke steckte den Kopf unter dem Tisch hervor. „Wo soll ich denn hin? Mein Vermieter kam letztens mit dem gleichen Spruch. Und nun kann ich nicht in meine Wohnung, weil da die Klempner wüten.“

„Ist mir egal! Nur raus hier. Alles andere geht mich nichts an. Ich will Sie erst nächste Woche wiedersehen, wenn hier hoffentlich alles erledigt sein wird.“

„Ach Chef, kann ich nicht wenigstens in der Arrestzelle bleiben?“

„Nein, auf keinen Fall. Auch dort wird gemalert. Besonders dort. Das war eine Forderung des Komitees für das Wohlbefinden und die artgerechte Unterbringung von Kurzzeitgefangenen KOWAUK. Sie haben ja keine Ahnung, mit wem ich mich alles rumschlagen muss. Also los jetzt! Raus!“

 

Überraschung!

17. April 2016

„Ah, Brösecke. Ich wollte Sie gerade rufen lassen.“
„Ja, ich weiß, Chef. Sie können mich jetzt einlochen lassen. Ich komme sowieso nicht weiter. Ich habe keine Idee, was da passiert sein könnte.“
„Die gemütliche Zelle können Sie vergessen. Die Leiche ist verschwunden. Die Akte ist leer. Nur diesen Zettel haben wir gefunden.“

–– Was besseres fiel mir nicht ein. Der Hobbyautor. ––

„Kennen Sie einen ‚Hobbyautor‘, Brösecke? Ist das einer Ihrer anonymen Informanten?“
„Nee. Aber ich finde es echt Klasse, was er da getan hat. Jetzt muss ich nur noch die Wolle und den Whiskey zurückbekommen. Dann könnte es doch noch ein guter Tag werden.“

Fast ein Dialog

18. März 2016

Ein Leser:  Wann bekommen wir denn nun endlich mal wieder etwas Neues zu lesen? Wie geht denn die Geschichte weiter?

Der Autor:  Ich habe keine Ahnung.

Ein Kritiker:  Macht doch nichts. Das Geschreibsel will doch sowieso niemand lesen.

Ein Leser:  Aber hallo! Ich bin wohl niemand, oder was?

Ein Kritiker:  OK. OK. Also fast niemand will das lesen. Tuen sie sich und uns einen Gefallen und lassen den Protagonisten sterben. Dann ist endlich Schluss.

Der Autor: Das wäre eine Lösung. Aber sie kennen doch Hollywood. Die bringen selbst Tote wieder, wenn es Umsatz bringt.

Ein Kritiker: Die Gefahr besteht hier ja wohl eher nicht.

Ein Leser: Also ich bin gegen jegliche Beendigung der Story. Es soll weiter gehen! Jetzt!

Der Autor: Ja. Und wie? Ich habe da ohne Nachzudenken eine Situation kreiert, die aufzulösen, ich mich außerstande fühle. Ich könnte ja weiter warten, bis mich eine brillante Idee zu Boden schlägt. Aber ich habe da wenig Hoffnung.

Ein Kritiker: Das lässt mich nun wiederum hoffen.

Ein Leser: Ich gebe ihnen noch 5 Tage. Wenn es dann nicht weitergeht, fange ich damit an, die Story selbst fortzuführen. Und sie kennen ja die allgemeine Qualität von Fanfiktion.

Der Autor: Meinetwegen. Mir ist jetzt alles egal.

Ein Kritiker: Oh nein, bitte nicht! Nicht noch ein Schreiberling! Man reiche mir Wolle, Stricknadeln und ein großes Glas Whisky.

 

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